Zu seinem 50. Geburtstag entbiete ich dem Sportfischerverein Le Saumon
Basel meine herzlichsten Glückwünsche. Wenn eine Vereinsgemeinschaft auf
ein halbes Jahrhundert ihres Bestehens zurückblicken kann, hat sie zwar
einerseits schon ein relativ reifes Alter erreicht; andererseits dürfte
sie aber mit 50 Jahren bestimmt noch so viel jugendlichen Schwung wie zur
Anfangszeit besitzen. Die optimistische Stimmung jedenfalls, in welcher der
Sportfischerverein Le Saumon Basel sein Jubiläumsfest vorbereitet hat, gibt
mir Gewissheit, dass in seinen Reihen nicht nur ein vorbildlicher
fischereisportlicher Geist herrscht, sondern dass er auch seiner weiteren
Zukunft mit Zuversicht und Vertrauen entgegensehen darf. Neben meiner
herzlichen Gratulation möchte ich es aber auch nicht versäumen, dem
jubilierenden Verein für seine aufbauende und erspriessliche Tätigkeit im
Rahmen des Kantonalen Fischerei-Verbandes Basel-Stadt und damit der gesamten
Fischerei in unserem Kanton meinen besten Dank auszusprechen. Es sind denn
auch immer wieder Mitglieder aus Ihrem Verein, welche sich unserer aktuellen
fischereiwirtschaftlichen Belange annehmen, und ich bin überzeugt, dass sich
daran auch in Zukunft nichts ändern wird. Mit besonderer Freude habe ich zur
Kenntnis genommen, dass sich der Jubilar verstärkt der Jugendarbeit sowie aus
seiner kompetenten und praktischen Sicht der sich uns allen stellenden
ökologischen Probleme widmen will. Das Jubiläumsfest des Sportfischervereins
Le Saumon Basel wird mit Bestimmtheit allen mitwirkenden und beteiligten
Fischerinnen und Fischern manche schöne Stunden im Zeichen gemeinsamer Freude
und Fröhlichkeit schenken. Von einem solchen Fest gehen aber sicher auch neue
kräftige Impulse aus, welche sich auf das künftig Vereinsleben fruchtbar
auswirken werden. In diesem Sinne und verbunden mit meiner aufrichtigen
Wertschätzung gratuliere ich dem Sportfischerverein Le Saumon Basel zu
seinem Jubiläum und wünsche ihm für das nächste halbe Jahrhundert seines
Bestehens ein herzhaftes Petri-Heil!
Jörg Schild, Regierungspräsident
Im Gründungsjahr 1947 hätte sich wohl kaum jemand vorstellen können, dass
50 Jahre später eine Frau dem Verein als Präsidentin vorstehen würde. Auch
ich hätte mir dies bei meinem Eintritt in den "Saumon" im März 1980 nicht
vorgestellt. Mir war daran gelegen, in einem angesehenen Verein mit netten
Menschen meinem Hobby nachzugehen. Ich wurde freundlich aufgenommen und fühlte
mich sofort wohl. Schon damals aber fiel mir auf, dass dem Verein junge und
jugendliche Mitglieder fehlten. Nicht lange konnte ich die nur geniessende
und profitierende Fischerin sein. An der Generalversammlung 1980 wurde ich
zur Sekretärin gewählt und enttäuschte bald zum ersten Mal unsere Mitglieder.
Ich missverstand die Weisung des Präsidenten, schickte die Neujahrskarten nur
an den Kantonalverband und die angeschlossenen Vereine; die Saumon-Mitglieder
warteten vergeblich darauf! Die Zusammenarbeit mit den beiden Präsidenten
Heinz und Nick hat mir immer Spass gemacht. Als dann aber der plötzliche
Rücktritt von Nick bekannt wurde, bangte ich mit dem übrigen Vorstand um
die Weiterführung des Vereins. Von wem der Vorschlag kam, mich als Präsidentin
vorzuschlagen, weiss ich nicht mehr. Einerseits freute ich mich darüber und ich
war auch ein bisschen stolz, andrerseits war mir sehr wohl klar: hätte sich ein
Mann bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, eine Frau wäre damals nicht in Frage
gekommen. Ich erinnere mich noch gut an die erstaunten und teilweise skeptischen
Gesichter anlässlich meiner Wahl am 24. Januar 1990. Eines meiner Ziele war,
den Verein zu "verjüngen". Dies ist mir leider nur zum Teil gelungen. Denn ein
sehr junger Interessent, den ich zu einer Info an den Stamm einlud, muss recht
enttäuscht über die "ALTEN" gewesen sein - er ward nie mehr gesehen! Erfreulich
für mich ist, dass der Mitgliederbestand während meiner Amtszeit von 130 auf
heute 160 anwuchs, wobei auch hier zu vermerken ist, dass die Aktiven nicht
meiner "blauen" Augen wegen zum "Saumon" kamen; man muss ja Mitglied in einem
Verein sein, um in einem unserer Pachtgewässer fischen zu dürfen. Dass dies
einer der Gründe ist, beweist auch die Teilnahme an unsern im Jahresprogramm
aufgeführten Anlässen und dem Besuch des Stamms. Es ist immer ein harter Kern,
der daran teilnimmt. Ein Trost ist - wenn auch ein schwacher - dass der
Kantonalverband die Trägheit der Mitglieder ebenfalls beklagt. Dies, obwohl
die Zusammenarbeit sehr gut und die Tätigkeiten und Programme auch dort sehr
attraktiv gestaltet werden. Ob unsere Mitglieder sich aktiver beteiligen würden,
wenn der "Saumon" ein Gewässer (Weiher) sein eigen nennen könnte? Wäre dieser Gedanke
- wie schon vor Jahren - nicht wieder aufzunehmen? Gäbe das Arbeiten an einer
solchen Aufgabe nicht neuen Wert und Halt für heutige und zukünftige Mitglieder?
Könnte das nicht ein Reiz sein für Jungfischer und ihre Eltern, unserm sinnvollen
Hobby im Kreise der Angehörigen an einem Weiher zu frönen? Auch aufgrund der
immer grösser werdenden Vorschriften und Verbote könnte ein eigenes Gewässer
zum Eldorado für die "Saumonianer" werden. Ich wünsche dem Vorstand junge,
initiative Mitglieder, dem "Le Saumon" ein langes Bestehen und viel Erfolg.
Ich war und bin gerne dabei.
Eure Elisabeth (Betty) Blaser
Nun ist es also so weit! Das Jubiläum steht unmittelbar bevor. Sowohl
die Festivitäten als auch die Jubiläumsschriften sind unter Dach und Fach.
Wir, das OK und meine Wenigkeit lassen ein grosses Aufschnaufen hören. Die
grösstenteils im stillen Hintergrund stattfindenden Vorbereitungsarbeiten
sind abgeschlossen! Wir haben im Laufe der letzten 3 Jahre ungezählte Stunden
zusammen verbracht und sind nun überzeugt, ein unserem Verein würdiges, mit
einigen Glanzlichtern versehenes Jubeljahr einzuläuten. Nun können auch wir
vom OK in der beruhigenden Gewissheit, eine nicht immer einfache, aber im
Resultat überzeugende Planungsarbeit geleistet zu haben, die kommenden Festivitäten
geniessen. Als erstes Highlight präsentieren wir die nun vorliegende Festschrift
und den begleitenden Festführer. Sowohl die an dieser Stelle nochmals herzlich
verdankten Gastbeiträge der gesamtschweizerischen wie regionalen Fischerkoryphäen
als auch die für den Verein erstmalige Aufarbeitung unserer Geschichte durch Betty
(da habe ich sie vor ihrem "Kürzertreten" nochmals zu einer Höchstleistung getrieben!)
sind herausragende Rosinen. Und nach dem Motto: Feste vergehen, deren Schriften
bestehen, bin sicherlich nicht nur ich auf dieses Werk besonders stolz. In einem
Arbeitsverbund, wie dies solch ein OK darstellt, lernt man dessen Mitglieder sehr
gut kennen und schätzen. Ohne die Hilfe und Vereinskenntnisse von Betty oder das
Anpacken und "Fränklisammle" von Cari, ohne das schriftliche Festhalten unserer
manchmal auch hitzigen Diskussionen von Vreni oder "s'graphische Näsli" vorallem
in den vergangenen stürmischen Wochen von Rolf wäre dieses Resultat nie zu
erreichen gewesen. Ich möchte euch dafür herzlich danken und ich hoffe ihr
wisst, was ihr mir bedeutet! Doch nun genug der Selbstbeweihräucherung! Lasst
uns nun voll freudiger Erwartung in die Jubilitäten steigen getreu dem Motto,
" Es lebten die letzten 50 Jahre, nun leben die nächsten 50"
Der OK-Präsident, Marcel Haugg
Die Fischerei-Interessenten am Oberrhein (FIO) sind mit Ihren 63 Jahren
sozusagen schon im Pensionsalter. Bei vielen ist dies jedoch der Zeitpunkt,
nochmals voll dran zu gehen, so auch die FIO. Bedingt durch die neuen, zusätzlichen
Ziele "Lachs 2000", "Rhein 2000", Renaturierungen sowie die neue Interpretation
der Bewirtschaftung von Gewässern sind auch die FIO neu gefordert. Unsere
freie Vereinigung von Behörden, Verbänden, Vereinen und Privatpersonen hat
die Förderung und den Erhalt eines gesunden und artenreichen Fischbestandes,
mit allen dafür notwendigen Randbedingungen, in unseren Gewässern zum Ziel. Eines
der Teilziele ist die Wiederansiedlung des Atlantiklachses im Rhein. Dieses
Projekt läuft im Moment bestens unter der Federführung der kantonalen
Fischereiaufsicht Basel-Stadt und kann, hauptsächlich dank dem von W. Stauffer,
einem Mitglied des "Saumon", ins Leben gerufenen Gönnerprojekt und den "Lachs-Paten",
von den FIO finanziert werden. Mit 50 ist man noch in vollem Saft. Dies beweist
"Le Saumon" immer wieder, nicht nur mit seiner nimmermüden Präsidentin, Betty
Blaser, sondern auch mit seinen in verschiedenen anderen fischereilichen Belangen
engagierten Mitgliedern. Im Namen der FIO gratuliere ich dem Fischereiverein
"Le Saumon", wünsche ihm alles Gute, viele weitere Jahre erfolgreiches Vereinsleben
und ein kräftiges "Petri Heil"
Arnold Seifritz, Obmann der FIO
Mehr als ein Jahrzehnt liegt zurück, als die Fischereiverwaltung des Kt. Schwyz
mir als einem ihrer Fischereiaufseher den Auftrag erteilte, die Sportfischer
von "Le Saumon" aus Basel zu betreuen. Am einzigen im Kt. Schwyz gelegenen,
natürlich gewachsenen Binnensee begrüsste mich in aller Frühe ein munteres,
aufgeschlossenes Basler Fischervolk, mit seinem damaligen Präsidenten, Nick
Roth, an der Spitze. Durch einen Wetterumschwung verzogen sich die Schuppentiere
in tiefere Regionen und die Beisslust hielt sich in Grenzen. Trotz aller guten
Tips gab der "Gunten" oder "Lago mio", wie der Lauerzersee unter Anglern genannt
wird, nur wenig Fischiges her. Dies tat jedoch der Stimmung und Ausdauer keinen
Abbruch. Viel mehr zählte das Anglerlatein und die Kameradschaft. Der Wettermacher
hatte wirklich den ganzen Tag mit Nieselregen angesagt, und trotzdem glich das
anschliessende Absenden der Vereinsangler eher einem Volksfest. Selbst bei den
nächsten, folgenden Angleranlässen der "Le Saumon"-Fischer am Lauerzersee verzichteten
die Rheinangler nicht auf ihren Schwyzer Betreuer, was dem freundschaftlichen
Zusammenhalt nur förderlich war. Obwohl der damalige Berater seit dem Ende 700
Jahre Schweiz sein polizeiliches Fischereiaufsichts-Amt in jüngere Hände abgab
und sich der Schweizerischen Fischereizeitung "Petri Heil" als Redaktor zur
Verfügung stellte, blieb die Freundschaft und der Draht zum Sportfischerverein
"Le Saumon" erhalten.
Von Schwyz nach Basel
Offenbar hat
der Schwyzer aus Oberarth, nahe der Rigi Aa und dem Zugersee, die Betreuung
bei den Basler Anglerfreunden richtig ausgeführt. Für mich wird darum die Einladung
zum Endfischen von "Le Saumon" an den Rhein unvergessen bleiben. Genauso wie das
am Rhein-Galgen der Präsidentin, Betty Blaser, aufgehängte, rote, schwyzerische
Anglerzäpfli und das Anfängerglück für einen, der noch nie am grossen Fluss
geangelt hatte. Es konnte durchaus sein, dass der bei diesem Anlass grösste
gefangene Fisch des Tages ein Schwyzer war. Dem vorgesetzten Schwyzer-Wurm
konnte der 42 cm grosse Döbel nicht widerstehen, welcher mir zu einem speziellen
Hypokras-Tropfen mit Basler Leckerli verhalf.
Dazu müssen Leser/innen
dieser Jubiläums-Schrift folgendes wissen: Nach dem für das Rheinwasser und
dessen Schwimmbewohner folgenschweren Umwelt-Unfall bei Schweizerhalle bekamen
wir Aufseher von der Schwyzer Regierung den Auftrag, möglichst viele Fische aus
der Seewern, dem Abflussbach des Lauerzersees, abzufischen. Die aus dieser
Fangaktion gewonnenen rund 250 kg an Aalen und Alet wurden, mit einer Sondergenehmigung
aus Bern, bei Basel im Rhein ausgesetzt. Jetzt ist es wohl jedem klar, warum mein im
Rhein gefangener Alet eventuell doch ein Schwyzer war. Es müsste nicht sein,
doch es ist passend zur heutigen Zeit, dass Angler durch Unfälle solcher Art
mit Vergiftungen und durch menschliches Versagen ihre geliebten Gewässer oft
nicht mehr befischen können und ausweichen müssen. Wie am Beispiel der "Saumon"-Fischer,
die sich zur Freude meinerseits damals für den Lauerzersee entschieden haben. Fische
gehören in die Gewässer, jedoch nicht, um an sich die aktuellen Wasserqualitäten
messen zu lassen! Sie sind nach wie vor ein prozentualer Anteil der Nahrungskette
für uns Menschen und verschiedene Gattungen der Tierwelt. Es ist keine spielerische
Überlegung, wenn, wie nach dem Unfall Schweizerhalle, zur Gewässerbesiedelung Fische
vom oberinneren Landesteil nach unten transportiert werden. Vor über 60 Jahren war es
umgekehrt, und der Lachs schwamm aus eigener Kraft von unten nach oben bis zu uns in
die Reuss und die Muota. Vor hundert Jahren musste die Regierung in Schwyz einen
höchst sonderbaren Ausnahmebefehl an die Gutsbesitzer und Herrenhäuser erlassen.
Das Schreiben beinhaltete, dass Knechten und Mägden nicht mehr als dreimal pro
Woche ein Fischmahl zugemutet (vorgesetzt) werden dürfe. Noch heute erzählen die
älteren Rentner im Tale der Muota, wie sie sich damals in jungen Jahren die Lachse
mit der Mistgabel aus dem Fluss holten. Es hat darum schon seine Richtigkeit,
dass mit weiser Voraussicht anno 1947 der Sportfischerverein "Le Saumon" gegründet
wurde. Seit einigen Jahren machen die Basler Fischer wohl das einzig Richtige und
fördern nachhaltig die Existenzberechtigung für diesen königlichen Wanderfisch im
Rhein. Nur sind mit allem guten Willen für den Fisch wie den Menschen noch viele
Schwellen zu überwinden, um ans Ziel zu gelangen. Dabei geht es nicht um jene
Schwellen, die ein Schwyzer Angler mit seinen Basler Freunden überwunden hat. Es
gibt genügend Grund zum 50. Geburtstagsfest des Sportfischervereins "Le Saumon"
Basel, noch weitere 50 Jahre in Angriff zu nehmen. Herzlichen Glückwunsch zur
Jubiläumsfeier und ein kräftiges Petri Heil für die Zukunft schickt euch euer
Schwyzer Angler und Redaktor Innerschweiz,
Bernhard E. Kamer, Oberarth
Der Schweizerische Fischereiverband (SFV) ist mit über 40'000 Mitgliedern
für unsere Verhältnisse eine grosse Organisation. Noch gibt es jedoch viele
Fischerinnen und Fischer, die nicht Mitglieder des SFV sind. Auch einige
kantonale Organisationen sind noch nicht zu uns gestossen. Damit wir noch
stärker werden, gilt es die Werbetrommel zu rühren. Werbung von neuen
Mitgliedern kann man zwar auf nationaler und kantonaler Ebene organisieren,
realisiert werden muss sie jedoch an der "Front", den Fischereivereinen. Die
Gewässer und ihre Bestände haben neue Feinde erhalten. Sie tarnen sich mit
Ausdrücken wie Deregulierung, Sparmassnahmen, Erhaltung der Arbeitsplätze
und Internationalisierung der Märkte. Die Methoden sind einfach und wirksam.
Mit viel Palaver wird von Umweltschutz, Erhaltung der Ressourcen und vom
Menschen im Mittelpunkt gesprochen, um dann mit einem bedauernden Achselzucken
festzustellen, dass natürlich den wirtschaftlichen Erfordernissen bei
Problemlösungen Priorität eingeräumt werden müsse. Hinzu kommt, dass noch
Unmengen von chemischen Stoffen und Verbindungen - von den Kläranlagen nicht
oder schlecht eliminiert - dem Wasser zugeführt werden. Dies führt in den
Gewässern zu von Auge nicht sichtbaren Veränderungen. Fische gehen ein,
Fische fehlen, Fische verändern sich oder verkümmern. Ich meine deshalb,
dass der Bund sich diesen Fragen annehmen sollte. Wir fordern, dass in einer
umfassenden nationalen Studie dargestellt wird, wo, wie und warum unsere
Fischbestände trotz hoher Hegequalität stagnieren oder gar zurückgehen. Um
diese Ziel zu erreichen, bedarf es eines grossen und starken Verbandes - eben den SFV.
Auch an uns werden wir Forderungen stellen müssen. Der Fischer und die Fischerin
muss sich klar sein, dass Fischen nicht einfach darin bestehen darf, möglichst
viel Fleisch aus dem Wasser zu ziehen. Fischen ist vielmehr auch Hege,
Rücksichtnahme, Sorge und Einsicht um die Natur. Wir werden unsere Zukunft
nur sichern können, wenn es uns gelingt, die Jugend - Buben und Mädchen -
für die Tätigkeit des Fischens zu begeistern. Hier sind Vereine, wie dies
der 50-jährige Sportfischerverein Le Saumon Basel darstellt, gefordert. Mit
einer konsequenten und gezielten Jugendförderung wird es uns möglich sein,
die Probleme der Zukunft zu bewältigen. Ich gratuliere Euch - liebe
Fischerinnen und Fischer - zu Eurem Jubiläum herzlich und wünsche viel Dampf für die Zukunft.
Dr. Kurt Meyer, Zentralpräsident SFV
1957 - Ein Zürcher, der nach Basel zog, um im Bürgerspital sein Brot zu
verdienen... Er vermisste den See - also auf zum Fischen am Rhein, dort wo
er noch am natürlichsten ist - im Elsass! Um damals in den Besitz einer Fischer-Karte
zu kommen, musste man Mitglied in einem Basler Fischerverein sein!! Ich wendete
mich an die Familie Burk + Co. an der Gerbergasse, nicht nur Fachgeschäft, sondern
auch aktive Fischer und schon dazumal dem Fliegenfischen und dem Castingsport verbunden.
Sie empfahlen mir den "Le Saumon". Der Verein sei top - ein Makel vielleicht -
man spreche von einem "Herrenverein". 1959 - Mein Beitritt in den "Le Saumon",
und ich fühle mich auch 1997, nach 38 Jahren aktiver Mitgliedschaft noch immer
wohl dabei. Ich möchte nun einige Episoden, lustige, aber auch andere, wie ein
Puzzle zum Besten geben, wohl wissend, dass davon vieles für den Leser, der
nicht dabei war, nicht denselben Erinnerungs- oder Schmunzeleffekt wie bei
den "Alten" hat. Zum "Herrenverein" - wie viele glaubten - einige Fakten: Unter
dem Gründungspräsidenten hatte der Verein schon die ersten Neider, denn als
Polizeikommissär bei der Grenzpolizei pflegte Eugéne Dèstraz gute Beziehungen
zum Elsass; und dies brachte unseren Mitgliedern das erste Kontingent französischer
Fischerkarten mit den timbres der Usine électricité de France. Ein Novum betreffend
Mitglieder: unsere Ehefrauen waren immer unsere Gäste, als eingeschriebene
Mitglieder beitragsfrei, aber beim aktiven Mitfischen auch oft eine starke
Konkurrenz! Die Mitglieder - beruflich durchmischt; Präsident: Polizei-Kommissär,
Angestellte der Polizei, Trämler, Bankangestellte, Arbeiter aus der Chemie,
Handwerker mit eigenem Betrieb wie Coiffeurmeister, Traiteur, Schreinermeister,
Modemacher, Bleigiesser, Malermeister, Getränkelieferant, Bäckermeister,
Gemüse-Detaillist, Engroshändler etc. Daneben noch zwei Juristen und ein Arzt.
Als Stammlokal wurde das Stadt-Casino ausgewählt, wo auch die Versammlungen,
gemütliche Abende mit Musik und Tanz, sowie der Nachmittag für unsere Kinder,
der "Saumon-Niggi-Näggi", abgehalten wurden. Dazumal konnte der Samichlaus noch
eine grosse Kinderschar begrüssen. So war der Stempel "Herrenverein" perfekt.
Ich stehe noch heute dazu, wir sind kein Herrenverein, sondern ein Verein mit Niveau!
1961 - Ich habe wahrscheinlich zu wenig gefischt, war zu viel am Stamm. Die Folge:
Wahl in den Vorstand / ab 1962 zwei Jahre Kassier / ab 1964 Vizepräsident, bis ich
dann wegen Erkrankung des damaligen Präsidenten, Erich Milliet, das Präsidium von
1965 bis zur GV 1983 übernahm. Aus dieser Zeit möchte ich einiges erzählen.
Unser Jahresprogramm war gefüllt mit:
Und der Vorstand?
Die Sitzungen wurden oft mit einem Kegelschub, einem
Jass oder mit einem Glas Wein abgeschlossen, und es wurde oft spät - sehr spät!
Unvergesslich sind mir die tollen Stunden im Elsass am Weiher bei Erika und
Fritz Waldmeier. Mindestens zweimal im Winter kalte Hände - wenig Aeschen -
aber dabei gewesen in Laufenburg, an der Aare oder am Winterstück am Doubs.
Woher nahmen wir die Zeit?
Neben Sitzungen im Kantonal-Verband
waren wir jedes Jahr bei unsern Freunden im Elsass an ihren Tagungen des
Groupements oder beim Schweizerischen Sportfischerverband, der seine Versammlungen
im bernischen Lengnau abhielt. Später mit dem Schweiz. Fischerei-Verband im Tessin,
in St. Moritz, Interlaken usw. Diese Sitzungen brachten nebst Arbeit und persönlichen
Ausgaben viel Spass, gutes Essen, Plausch und die Möglichkeit vieler persönlicher
Kontakte - alles "rund um den Fisch" und den "Gewässerschutz".
Der Verein an der Basis:
- Im Frühjahr beinahe jeden Sonntag (zuviel für
die Familie?) fischen an irgend einem Weiher im Elsass bis hinauf in die Vogesen.
-Jahrelang die Schweizermeisterschaft im "Schnäpperlifischen" am Neuenburgersee
und später am Zihlkanal - der Saumon war dabei.
Wenn man dieses Programm
betrachtet und nach Gründen für die damaligen Bedürfnisse sucht, sieht man den
Wandel unserer Gesellschaft: Arbeitszeit 48 Stunden, Samstagvormittag: Arbeit
und Schule. Autos? - nur wenige hatten damals diesen fahrbaren Untersatz. Man
war auf den andern angewiesen und arrangierte sich. Wohnwagen, Zweitwohnungen -
Fremdwörter! Bis sich nach den Jahren 1975-1980 mehr Mitglieder den neuen Standard
leisten konnten. Die Folge davon war, dass mangels Beteiligung der Mitglieder
an den Anlässen unser Vereinsprogramm auf unser heutiges, zeitgemässes Angebot
reduziert wurde. 1983 - Rücktritt nach 18 Jahren als Präsident mit einer
21-jährigen Vorstandstätigkeit; mit dem grossen Glück, in Nick Roth einen
Super-Nachfolger gefunden zu haben. Ein Amt im Vorstand hat man schnell,
einen Nachfolger als Präsident zu finden, ist oft sehr beschwerlich. Und heute
präsidiert unser Betty Blaser den Verein mit sehr viel Engagement und Erfolg.
Episoden aus den vorgängig beschriebenen Jahren:
Saumon-Reisen - 10 oder 11 - wer zählt sie, wer lacht noch darüber?
Wie habe ich zum Teil bei der Organisation vor Ort geschwitzt!
Hochsee: Tralee, Dungarwan, Orkney, Thurso oder mit Booten auf dem Shannon.
1. Reise 1971 - Tralee, Irland.
Dabei waren 17 Saumon-Fischer, einige davon bei ihrem ersten Flug. Für alle
Chauffeure war es Neuland, da Linksverkehr. Fischfang - phänomenal! Keiner war
sich im klaren, welches Glück wir hatten: 6 Tage nur Sonnenschein, ruhiges Meer,
Haie, Rochen, Conger und weitere Meerfische. Ein tolles Erlebnis! Da wir am letzten
Abend die Erfolge aus dem Zinnbecher anstelle von Weisswein mit Whiskey feierten,
mussten einige von uns am nächsten Tag büssen!
2. Reise nach Thurso, Schottland.
Wiederum 17 Teilnehmer, jedoch nicht dieselben wie in Tralee. Am Flugplatz wurden
wir als Swiss-Fishing-Club erwartet, fotografiert und auf der Titelseite der Lokalzeitung
abgebildet. Im Hotel wurden wir von netten Damen am Empfang und zwei guten Köchinnen
verwöhnt. Da sage jemand etwas über die schottische Küche - und den Keller!! Paupaul
fand ganz "zufällig" einige Kisten mit altem, vorzüglichem Bordeaux. Der Wirt war
froh, diesen los zu werden und es hat jetzt keinen mehr! Was ist sonst noch geblieben?
- der lange Heinz hat sich perfekt als Schotte eingekleidet, mit Kilt, Strümpfen und
dem ganzen Ornament - wahrlich ein stattlicher Anblick. Nie war Heinz schöner anzusehen!
Hans Kury's Handgepäck - das Handörgeli. Und Paupaul kaufte kofferweise Lobster, welche
er dann tagelang nebst Europas bestem Schwartenmagen in seiner Beiz verkaufte!
1977 auf dem Shannon-River.
Dabei wiederum 17 Teilnehmer, welche auf vier stattliche Boote verteilt wurden.
Welch ein Zufall - wiederum 17 Teilnehmer, obwohl von den früheren Kollegen einige
schon verstorben waren. Wiederum war Paupaul im Element als Schiffskoch (jeden
Tag ein 4 - 5-Gang-Menu - super!). Der Leidtragende war Lino; der Abwasch wuchs
ihm täglich mehr über den Kopf. Hatten wir Glück? 4-5 Mietwagen, 4 Boote, keine
Kranken, kein Unfall, niemand über Bord - stop - einmal konnte nur knapp ein Gebiss
gerettet werden!
Vereinsfischen.
Unter dem Motto, öfter mal was Neues, erlebten wir doch recht
Verschiedenes. Gemeinsam war nur: Stimmung gut bis sehr gut. Fischfang schlecht
bis mässig, ausgenommen dann, wenn wir uns in einer "Karpfengrube" tummelten. Zu
Preisverteilung und Kulinarischem: wer erinnert sich nicht an die Felchenfilets
auf dem Schiff in Portalban, dem Super-Fondue-Bourguignonne im neuenburgischen
Marin, die vorzügliche Hausmannskost im "Adler" bei Schwaderloch und dem 4-Gang-Menu
im Hotel Jenny, Hagenthal, an die Aktivitäten in Verbindung mit unseren
Jubiläums-Anlässen 20, 25 und 40 Jahre "Le Saumon".
Dazu an Petrus ein grosses Merci - wir hatten beinahe immer Wetterglück. Zwei
extreme Ausnahmen waren: 1. Nordschwaben - stundenlang strömender Regen, die
Teilnehmer nass bis auf die Haut, vergleichbar mit den gefangenen Fischen - eklig.
2. Rotsee - brütende Hitze, keine Fische, grosser Durst, viel Tranksame...., Resultat:
darüber schweigt des Verfassers Höflichkeit: Die Dabeigewesenen jedoch schmunzeln
sicher noch heute über den unvergesslichen Tag.
Zum Schluss:
Mein Jagdtrieb nach dem Schuppentier hat mich in diesen Verein gebracht, der mit
allem Drum und Dran viele Jahre meines Privatlebens ausfüllte.
Es muss nicht ein "Saumon" sein - aber, liebe Freunde, ich wünsche Euch am
Wasser Petri-Heil und das gute Gefühl eines Schuppentieres an der Angel, sowie
Genugtuung, Entspannung und Freude am Fischen.
Euer Heinz Schiegg
Der Lachs (franz.: Le Saumon) zeichnet sich in der Regel durch ein silberfarbenes
Kleid aus. Auch der in früheren Zeiten in Basel vorgekommene Lachsstamm trug
diese Farbe je nach Alter und Laichzustand. Einen goldenen Lachs dürfte es in
der Stadt am Rheinknie bis dato noch nicht gegeben haben. Und nun wissen wir,
dass dieses Novum im Jahre 1997 in Basel erstmals vorhanden sein wird! Doch bevor
sämtliche Ichthyologen den Weg nach Basel einschlagen, um diese rare Spezie bewundern
zu können, sei hier des Rätsels Lösung festgehalten Der Sportfischer-Verein Le Saumon
feiert 1997 mit dem 50jährigen Bestehen sein goldenes Jubiläum. Im Namen des Kantonalen
Fischerei-Verbandes Basel-Stadt möchte ich dem Verein zu diesem runden Datum ganz
herzlich gratulieren und ihm weiterhin alles Gute wünschen. Aufgrund des Jubiläums
wurde mit viel Akribie und Liebe zum Detail die vorliegende Chronik gestaltet. Diese
Chronik wird sicherlich auch in den Folgejahren immer wieder gern zur Hand genommen,
um in einer Mussestunde in die sogenannt gute alte Zeit eintauchen zu können. Ich
danke der Verfasserin für die vielen Stunden, welche sie mit dem Wälzen von alten
Protokollen und Unterlagen verbracht hat, um uns dieses wertvolle Stück Basler
Fischereigeschichte vorlegen zu können. Als ich von der Vereinspräsidentin resp.
vom OK-Präsidenten angefragt wurde, ob ich für die Chronik einen Beitrag verfassen
würde, habe ich voller Freude zugesagt. Seit meiner Mitwirkung im Kantonalverband
habe ich den Vorstand und die Mitglieder des Saumon stets als initiativ, interessiert,
spontan und generell als liebenswürdige Fischerkameradinnen und -kameraden erlebt.
Dies war für mich auch der Grund, diesem Verein als Passivmitglied beizutreten.
In den letzten 2 - 3 Jahren wurden die Mitglieder des Saumon zu einer tragenden
Stütze bei vielen Aktivitäten des Kantonalverbandes, da seitens der meisten restlichen
angeschlossenen Vereine kein Interesse mehr bekundet wird, bei Aktivitäten des Verbandes
überhaupt teilzunehmen. Teilweise werden die Vereinsmitglieder überhaupt nicht über
geplante Aktivitäten des Verbandes informiert. Ich habe im Scherz schon mehrmals gesagt,
dass gewisse Anlässe nicht mehr als Kantonal- sondern als Saumon-Anlass bezeichnet
werden sollten. Als letzte grosse Aktion, welche durch die Mithilfe dieser Vereinsmitglieder
überhaupt erst ermöglicht wurde, sei das Eröffnungsfest des Rankhofes vom August 1996 erwähnt.
Auch in der Geschäftsleitung des Verbandes sind zwei wichtige Positionen von
Vorstandsmitgliedern des Saumon besetzt. Dies freut mich umso mehr, als an den
gemeinsamen Sitzungen sehr oft Informationen ausgetauscht werden, die es mir
ermöglichen, die Probleme und Sorgen der sogenannten Basis ein bisschen besser
kennenzulernen. Dank der vorliegenden Chronik kann ich es mir ersparen, selbst
in die vergangenen 50 Jahre einzutauchen. Die von Betty Blaser zusammengetragenen
Geschichten und Fakten sprechen für sich und könnten in ihrem Gehalt durch mich
gar nicht erreicht werden. Ich möchte deshalb den Blick lieber ein bisschen nach
vorne richten. Zur Zeit sind dem Kantonalverband in Basel 14 Vereine mit gesamthaft
knapp 800 Mitgliedern angeschlossen. Diese 800 Mitglieder teilen sich auf in Aktiv-,
Passiv-, Jugend-, Ehren- und Freimitglieder. Jeder Verein ist autonom im Entscheid,
welche Mitglieder er nebst den Aktivmitgliedern an den Kantonalverband meldet und
für diese Mitglieder den Verbandsbeitrag bezahlt. Diese Autonomie wird von den
Vereinen auch wahrgenommen, was sich in sehr unterschiedlichem Meldeverhalten
niederschlägt. Weiter ist das Problem der Doppel- und Mehrfachmitgliedschaften
nicht gelöst, gibt es doch keine zentrale Adressenverwaltung, welche die Kontrolle
der effektiven Mitgliederzahlen erlauben würde. Demzufolge ist für den Kantonalverband
nicht ersichtlich, wieviel effektive Mitglieder er überhaupt hat. Immer wieder muss
ich in Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern von angeschlossenen Vereinen feststellen,
dass ein starkes Misstrauen gegenüber anderen Organisationen (inkl. Kantonalverband)
besteht, sein Adressenmaterial zur Verfügung zu stellen. Argumentiert wird mit
Datenschutz, möglichem Missbrauch etc. Dabei gilt es doch, zwei Punkte festzuhalten:
1. Die angeschlossenen Vereine des Kantonalverbandes sind der Kantonalverband.
Ein Missbrauch ist demzufolge fast ausgeschlossen.
2. Eine Organisation,
die nicht genau ihre Mitglieder kennt, kann im Auftritt nach aussen bei Problemen
und Streitfragen nie gleich stark auftreten wie eine Organisation, die die Mitglieder
kennt und sie jederzeit sehr schnell informieren und mobilisieren kann.
Speziell der zweite Punkt darf bei den folgenden, kurz beschriebenen Problemkreisen,
welche die Fischerei in Basel bereits jetzt oder in naher Zukunft beschäftigen werden,
nicht vergessen.
Ethik in der Fischerei
Darf ein Fisch lebendig als
Köderfisch eingesetzt werden? Ist es statthaft, einen Wurm auf einen Haken
aufzuziehen? Haben wir das Recht, einen Kolk mit Jungfischen während Stunden
zu befischen und während dieser Zeit etliche Fische zu fangen und eventuell
zu verletzen? Ist es überhaupt legitim, als Freizeitbeschäftigung dem Hobby
Fischerei nachzugehen mit der Absicht, Fische zu fangen und zu töten? Viele
Fischerinnen und Fischer werden sich beim Lesen dieser Zeilen wahrscheinlich
nicht nur kratzenderweise an die Stirne langen. Ich kann sie jedoch beruhigen.
Diese Fragen sind nicht ein Hirngespinst von mir. Ich versuche auch nicht,
Geister zu rufen, welche ich dann nicht mehr loswerde. Vielmehr müssen wir
in der Grenzregion damit rechnen, dass die ganze Problematik der Ethik in
der Fischerei, welche in Deutschland schon zu etlichen Gerichtsurteilen gegen
Fischer und Vereine geführt hat, auch in unsere Region überschwappt. Im Kanton
Thurgau hat Dr. Erwin Kessler, Präsident der Vereinigung gegen Tierversuche
(VgT), einen ersten Anlauf gegen den dortigen Kantonalverband gestartet. Von
unserer Warte sollte versucht werden, die Fischerei möglichst tierfreundlich
zu betreiben. Es gilt auch, sich vielleicht einmal mit der Problematik in
Gedanken zu beschäftigen, um ein gutes Argumentarium zu haben, wenn man einmal
angegriffen werden sollte.
Kormorane
Die Geschichte mit den Kormoranen
kann nur international gelöst werden. Solange in den Brutgebieten keine
regulativen Eingriffe erfolgen, können wir von unserer Warte her nur Symptome
bekämpfen, indem wir versuchen, die Vögel zu schiessen oder zu vertreiben. Sie
können sich vorstellen, dass ein Abschuss auf dem Stadtgebiet fast nicht möglich
ist (Sicherheit, Reaktionen von Tier- und Vogelschützern). Böse Zungen behaupten,
dass unsere Aufgabe sich in einigen Jahren darauf beschränken wird, für diese
Vögel genügend Nahrung aufzuziehen und einzusetzen. Ich sehe dies nicht so
negativ, aber es gilt, auch auf politischer Ebene gemeinsam Druck zu machen,
um Erfolge zu erzielen.
Wasserqualität
Zur Zeit laufen wissenschaftliche
Untersuchungen, weshalb trotz gestiegener Wasserqualität die Anzahl der Bachforellen
in etlichen Gewässern abnimmt oder diese Fische krankhafte Veränderungen der Organe
wie Leber, Niere etc. aufweisen. Es scheint, dass die Untersuchungsmethoden der
Gewässerschutzämter, welche etliche Spuren von Fremdstoffen im Wasser nicht
nachweisen können, noch stark verbessert werden müssen. Sogenannt gereinigte
Abwasser aus Kläranlagen scheinen ein eigentlicher Chemiecocktail zu sein,
welcher zu einer Schädigung des Bachforellenbestandes führt.
Überalterung der Mitglieder
Ein jeder Verein braucht alte und erfahrene
Mitglieder. Für einen gesunden Mix werden jedoch auch Jungmitglieder benötigt,
welche das Kapital für die Zukunft sind. Dies scheint jedoch in der Fischerei -
wie in vielen anderen Sport- und Hobbybereichen - heutzutage ein grosses Problem
zu sein. Einerseits wird seitens vieler Vereine nichts oder sehr wenig für die
Jugendförderung getan, andererseits scheint unser Hobby ein Imageproblem bei
den Jugendlichen zu haben. Nur mit einem entsprechenden Aufwand können wir die
Jugendlichen für unseren Sport begeistern und gewinnen. Auch hier wird seitens
des Saumon in nächster Zeit einiges laufen, was für die anderen Vereine
hoffentlich eine Vorbildfunktion hat.
Ich wünsche uns allen die Kraft
und den Erfolg, die oben erwähnten Problemkreise zu lösen. Dem Sportfischer-Verein
Le Saumon wünsche ich für den weiteren Vereinsweg von Herzen alles Gute und danke
für das stete Mitziehen in die gleiche Richtung. Ihr
Erwin Freiburghaus, Kantonalpräsident
«Kein gesunder Fischbestand ohne gesunde Gewässer.» Dies ist die bittere
Erfahrung, die die Fischer bereits im letzten Jahrhundert machen mussten.
Der Lachs, nach dem sich der jubilierende Verein benannt hat, zeigte nämlich
bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert einen deutlichen Rückgang. Entsprechend
besorgt waren die vielen Fischer, die teilweise oder vollständig vom Fischfang
lebten. Noch einmal in den 1920er Jahren war ein markanter Rückgang der
Lachsbestände zu verzeichnen. In beiden Fällen bildete die Gewässerverschmutzung
die wichtigste Ursache für diese Abnahme. Damals bestanden noch keine Kläranlagen.
Hochgiftige Stoffe wie Arsen (als Nebenprodukt der Farbstoffproduktion) wurden
kurzerhand in den Rhein entsorgt. Die Belastung durch die Industrie und das
Gewerbe von Basel beschränkte sich v.a. auf die nördlich der Stadt gelegenen
Rheinabschnitte. Bereits oberhalb von Basel gelangten aber beträchtliche
Abwasserlasten aus Färbereien, Brauereien, Salinen und Gerbereien ungereinigt
in den Rhein. Zusätzlich wurden auch die häuslichen Abwasser über eine Kanalsystem
dem Rhein übergeben. Vom Rückgang in den 1920er Jahren hat sich der Lachs nicht
mehr erholt. Zusammen mit dem Lachs verschwanden aber auch Hunderte von
Kleintierarten und Kleinfische. Aus der Zeit der Gründung des Vereins stammt
das Stimmungsbild von Prof. Otto Jaag, dem nachmaligen Direktor der Eidgenössischen
Anstalt für Wasserwirtschaft, Abwassereinigung und Gewässerschutz (EAWAG): «Die
Umgebung wird durch unangenehme Ausdünstungen verpestet. Selbst mehrere hundert
Meter vom Rheinufer entfernt nimmt man noch den moderigen Geruch wahr.» Zum Glück
gehören solche Bilder heute der Vergangenheit an. Seit den 1980er Jahren und
insbesondere seit Inbetriebnahme der ARA in Basel hat sich die Belastungssituation
im Rhein bedeutend verbessert. Heute kann das Rheinwasser unmittelbar unterhalb
von Basel als gering bis mässig belastet bezeichnet werden. Die Bestandessituation
der Fische hat sich aber noch nicht im gleichen Ausmass verbessert wie die chemische
Belastung. Noch bleiben Fischarten, die um die Jahrhundertwende noch häufig waren,
verschwunden. Der Grund dafür ist eine nachhaltige Änderung der baulichen Situation.
Der Rhein wurde in eine Kette von Stauseen verwandelt. Die Ufer sind fast durchgehend
mit einer harten Verbauung gesichert. Dies hat die strukturellen Bedingungen derart
verändert, dass die strömungsliebenden Fischarten und die Kieslaicher praktisch
überall bedroht sind. Der Wasserbedarf der Bevölkerung ist derart stark gestiegen,
dass auch die Grundwasservorräte auf ein kritisches Mass abgesunken sind. Da das
Wasser sich in einem dauernden Kreislauf befindet und da auch die Strukturen für
die Tierwelt der Gewässer von zentraler Bedeutung sind, stehen wir im Gewässerschutz
vor ganz neuen Aufgaben. Wenn der Lachs wieder in den Seitengewässern des Rheins
zur Fortpflanzung gebracht werden soll, dann müssen auch die Strukturen durch
Revitalisierungen verbessert und die Durchgängigkeit des Rheins wieder gewährleistet
werden. Zusammen mit allen Fischern hoffen wir Gewässerschützer, dass nicht nur der
Rhein, sondern auch alle Seitengewässer und auch die kleinsten Bächlein wieder zu
intakten Lebensräumen werden, wo sowohl Fische als auch Libellen, Eintagsfliegen,
Steinfliegen oder Käfer bald wieder in gleicher Zahl und Häufigkeit leben können
wie noch vor der Jahrhundertwende. In diesem Sinne gratulierert der Gewässerschutz
Nordwestschweiz dem Sportfischerverein Le Saumon zu seinem 50-jährigen Bestehen
und hofft, dass wir gemeinsam auch das Ziel erreichen werden, dass das «Wappentier»
des Vereins wieder bis nach Basel aufsteigen kann.
Daniel Küry, Dr. phil. Präsident Gewässerschutz Nordwestschweiz
Wie die Lachse ihren Weg finden, ist nach wie vor ein Rätsel. Es muss an ihrem
‘Geruchssinn’ liegen und ich könnte mir gut vorstellen, dass die Lachse irgend
ein ‘Gütterli’ der Novartis oder Hoffmann-La Roche riechen und so den unbändigen
Drang zu uns nach Basel verspüren! Es gibt ja bei diesen Saumon(s) vier Haupttypen.
Die grossen und kleinen Sommerlachse und die grossen und kleinen Herbst-Winterlachse.
In unserem Rhein legen die ‘Le Saumon’ d’Eté (Sommerlachse) die Strecke Holland-Basel
(oder wenigstens in die Nähe) in 45-60 Tagen zurück. Dies entspricht einer täglichen
Schwimmleistung von 12-15 km. Wenn man dann noch bedenkt, dass sie ‘nur’ 5-6 Stunden
am Tag wandern und auf längere Strecken eine Geschwindigkeit von ca. 13 km/h
(Höchstgeschwindigkeit auf kurze Strecken ca. 16 km/h) hinlegen, dann ist so ein
Lachs in etwa mit meinem täglichen sportlichen Pensum zu vergleichen! Vergleichbar
mit mir ist auch die Gewichtszunahme eines männlichen Lachses. Wenn so ein kleiner
Lachs von 10-20 cm Länge das Süsswasser verlässt, so misst er, nach einem Jahr im
Meer, 50-65 cm und wiegt etwa 3 ½ kg. Nach 2 Jahren 4-5 kg und nach 3 Jahren ca.
8-13 kg! Was hat den so ein Saumon alles identisch mit mir! Auch ich habe in den
letzten drei Jahren ca. 13 kg zugenommen! Diese Identifizierung meinerseits mit
diesem edlen ‘Le Saumon’ kommt ja nicht von ungefähr. Der sympathische Sportfischerverein
‘Le Saumon Basel’ feiert 1997 seinen 50-jährigen Geburtstag. Sympathisch ist nicht nur
der Name selbst, sondern auch der Vorstand und seine Mitglieder. Auch wenn ‘Le Saumon’
(noch) nicht zurück in ‘Basel’ ist, bereitet dies dem Sportfischerverein keinerlei
Bauchschmerzen. Es werden sicher keine 50 Jahre mehr vergehen, dann hat der Le Saumon
Basel ‘ihren’ Saumon wieder in Basel. Gerne hätten wir Basler Galgenfischer Euch schon
dieses Jahr ein Geschenk gemacht und Euch bewiesen, dass (der) Le Saumon in Basel
wieder heimisch geworden ist. Es hat aber, auch bei uns auf den Netzen, (noch)
nicht sollen sein! Unser Verein wünscht Euch zu Eurem diesjährigen 50. Jubiläum,
dass Euer Sportfischerverein Eurem Vereinsnamen in kurzer Zeit (noch mehr) Ehre
macht und (der) Le Saumon in Basel bald wieder an Euren Angeln ‘heimisch’ wird!
In freundschaftlicher Verbundenheit, BASLER GALGENFISCHER 1920
Pitt Buchmüller, Präsident
50 Jahre Sportfischerverein Le Saumon Basel: Zeit zum Rückblick auf Vergangenes,
aber auch Zeit zum Ausblick in die nächsten Jahrzehnte. Die Lebensquelle eines
Vereins besteht aus seinen Mitgliedern, und nur wenn immer wieder neue,
gleichgesinnte dazustossen, kann ein Verein alt werden, ohne in die Jahre zu
kommen! Die derzeitige Lage sieht diesbezüglich nicht gerade rosig aus. Die
Petri-"Jünger" fehlen uns fast gänzlich. Das zweitletzte Jugendmitglied wird
ab der Generalversammlung 1997 zu den Aktiven wechseln. Somit haben wir gerade
noch einen Jungfischer. Bei einer stolzen Zahl von 158 Mitglieder beträgt das
saumonianische Durchschnittsalter stolze 57 Lenze. Dies zeigt allerdings auch
wieder, wieviele treue, dem Verein über Jahrzehnte die Stange haltende FischerInnen
wir beim Le Saumon haben. Ein Verein muss einem schon sehr am Herzen liegen, um
ihm so lange die Treue zu halten, aber es ist eine Tatsache: Wir sind in die Jahre
gekommen. Dieser Umstand zeigt uns ganz klar, wo wir in den kommenden Jahren den
Löwenanteil der Arbeit investieren müssen. Die Lücke in unserem Altersgefüge liegt
bei den 25- bis 40-jährigen, deren Kinder unserem Verein sehr gut anstehen würden.
Es gilt auch zu überlegen, wie wir unsere Aktivitäten für Familien attraktiv gestalten
können. Ich möchte beweisen, dass ein "Zusammen-erleben" von Alt und Jung in unserem
Verein ein freudiges Ereignis darstellt! Der zweite Punkt, welcher einem Verein zu
schaffen machen kann, ist die finanzielle Lage. Ist die Kasse gut gefüllt, kann auch
einiges geboten werden. Wenn dann ein Anlass einmal rote Zahlen schreibt, ist dies
noch lange nicht tragisch. Damit dies so bleibt, muss natürlich von irgendwo auch
wieder einmal Geld hereinfliessen. Nun ist es leider so, dass die fetten Jahre
vorbei sind und die kommenden von immer höheren Soziallasten (gerade für Familien)
gezeichnet sein werden. Auch zu dieser Thematik stehen uns einige Hausaufgaben bevor.
Kostengünstig und attraktiv bleiben, ohne billig zu werden, heisst hier die Devise.
Für einen fairen Preis ist eine gute Gegenleistung zu erbringen. Schlicht, das
Freizeitangebot muss stimmen. Die Sportfischerei sollte in den nächsten Jahrzehnten
eigentlich fast von alleine an Popularität gewinnen. Der Lachs, er steht vor den
Toren zu Basel. Der Fisch, der nach Basel zurückkehren wird. Hier liegt uns ein
grosses Potential zu Füssen und es ist an der Zeit, dieses zu nutzen. Die Revitalisierungen
der Rheinseitengewässer Birs und Wiese werden immer weiter voran getrieben, um den
Lachs mit einer geeigneten Kinderstube willkommen zu heissen. Auch am Rhein sind
zwei Projekte geplant. Der Schaffhauserrheinweg und der Birskopf sollen mit umfangreichen
Arbeiten für die Fische(r) attraktiver gestaltet werden. In naher Zukunft kann die
Fischerei in und um Basel ein ganz neues Gesicht bekommen. Viele Stunden Arbeit und
die Beharrlichkeit der SportfischerInnen führen zu diesen Ergebnissen. Wer nun aber
denkt, einige hundert Meter revitalisierte Gewässer seien genug, der liegt falsch!
Auch in Zukunft werden wir für eine intakte Umwelt Zeit und Geld investieren müssen
und jeder sollte, gemäss seinen Möglichkeiten, einen Teil dazu beitragen. Mit den
zurückgewonnenen, naturnahen Bachabschnitten müssen wir sehr behutsam umgehen. Die
ganze Schönheit werden wir erst in einigen Jahren, wenn die Natur sich weiter entfaltet
hat, sehen können. Politiker, Bürger und Vereine sind gefordert, gemeinsam Ziele
zu stecken, um dann mit aller Kraft das Gewünschte zu verwirklichen. Wir können
nicht auf eine intakte Umwelt pochen, ohne dass jeder seinen Teil dazu beiträgt. Die
bis heute erreichten Erfolge geben uns denn auch die nötige Hoffnung, dass in
Zukunft auch grosse Ziele realisiert werden können. Denn wir müssen bedenken:
Jugendarbeit ist nur in einem für die Jugend fischereilich attraktiven Umfeld möglich!
In diesem Sinne mit einem kräftigen Petri Heil an die Zukunft
Richard Blumer, Vizepräsident